Wo stehen reiche Länder in Sachen Kinderbetreuung?
Die Schweiz belegt den unrühmlichen Platz 38 von 41. Nicht im Fussball, nicht in der Länder-Rangliste der vollständig geimpften Bevölkerung. Nein, den viertletzten Platz belegt die Schweiz in der von der Unicef publizierten Studie «Where do rich countries stand on childcare?» («Wo stehen reiche Länder in Sachen Kinderbetreuung?»), wie der Tagesanzeiger am 18. Juni 2021 berichtet.

Die Unicef-Studie zeigt deutlich auf, dass es in der reichen Schweiz in den folgenden Kategorien der Kinderbetreuung arg hakt: Beim Elternurlaub, bei der Bezahlbarkeit der Kinderbetreuung, beim Zugang zur frühkindlichen Betreuung und Förderung sowie – und diesen Missstand bekämpfen wir mit dem VKZ schon lange – beim Betreuungsschlüssel (Kinder- Lehrperson-Verhältnis) auf der Kindergartenstufe.

Laut der Studie hat die Schweiz im Vergleich den fünftschlechtesten Kinder-Lehrpersonen-Betreuungsschlüssel im Kindergarten: 18.2 Kinder pro Lehrperson. Schlechter stehen nur Chile, Israel, Frankreich und Mexiko da. Bei den Besten sind es 5 bis 7 Kinder pro Lehrperson. Selbst wenn wir in der Schweiz also zwei Lehrpersonen pro Kindergartenklasse hätten, stünden wir höchstens im Mittelfeld.

Der VKZ weist seit mehreren Jahren unermüdlich darauf hin, dass die fehlenden personellen Ressourcen bzw. das unverantwortliche Kinder-Lehrpersonen-Verhältnis in direktem Zusammenhang mit dem Lehrpersonenmangel auf der Kindergartenstufe steht. Gut ausgebildete, motivierte Lehrpersonen scheitern an den Rahmenbedingungen und kehren dem Beruf den Rücken. Die Fakten geben uns leider auch dieses Jahr recht. Eine Woche vor den Sommerferien sind auf der Stellenbörse des Volksschulamts 50 Stellen auf der Kindergartenstufe vakant, davon 16 Vollzeitstellen.